Autor Thema: Zeta Labs Mosin Nagant M44  (Gelesen 7319 mal)

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Offline Jay

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Zeta Labs Mosin Nagant M44
« am: 16:12, So 05. Jun. 2011 »
Карабин образца 1944 года
Karabin obraztsa 1944 goda

Dieses Gewehr steht „Schulter an Schulter“ mit Klassikern wie dem K98 oder dem Lee-Enfield.
Es vereint typisch russische Eigenschaften in sich: billig, robust und zuverlässig. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Wir wollen nun feststellen ob es Zeta Labs gelungen ist dem gerecht zu werden.


Der Nagant M44 in seinem Element.

Der erste Eindruck ist, wie so oft, entscheidend und bringt dem M44 gleich zu Beginn viele Pluspunkte ein. Zwar wirkt die dunkle Version des Schaftes ein wenig als wäre sie aus Kunststoff hergestellt, die uns freundlicherweise von AirsoftHQ.at zur Verfügung gestellte hellere Version macht allerdings einen sehr guten und realistischen Eindruck. Am „Patronenlager“ befinden sich, zur Freude des potentiellen Besitzers, eingravierte  Originalmarkings. Allerdings hat der Hersteller sich dafür entschieden das Produktionsjahr 1947 einzugravieren. Zusammen mit den Stahlteilen und den Messingbeschlägen liegt hier eine wahre Schönheit in unseren Händen.
Nicht nur optisch lassen diese Eigenschaften den Karabiner realistisch erscheinen, auch das Gewicht und das Feeling runden das „Erlebnis Nagant“ ab.


Visierblatt und Markings des Nagant.

Dem Gewehr liegt eine zweite Feder bei. Der Grund dafür ist, dass werksseitig eine schwächere Feder eingebaut wird. Die verbaute Feder ist allerdings eine wahrhaft „russisch“ gekürzte Feder, so wurden einfach einige Windungen „weg gezwickt“ und die Feder verbaut ohne die letzte Windung vorher plan zu biegen. Das spiegelt sich schon beim ersten Repetierversuch wider, weil sich hier der Kammerstängel selbsttätig aus der senkrechten Position leicht nach rechts neigt. Sobald die mitgelieferte „Tuningfeder“ verbaut ist, gehört das allerdings der Vergangenheit an.


Das Sichtbare Loch an der Unterseite bietet Zugangs zum Hopup.

Durch die original verbaute Feder neigt sich der Kammerstängel ein wenig.
Es handelt sich um ein rein optisches Manko, das durch den Einbau der
Tuningfeder behoben wird.
Die Kolbenplatte besteht ebenfalls aus Stahl.
Unweigerlich kommt einem der
Nussknacker in den Sinn.

Das spannen der Feder ist auch bei der gekürzten nicht einfach. Das liegt aber hauptsächlich an der Originalkonstruktion, denn auch hier war der kurze und waagrechte Kammerstängel etwas umständlich in der Handhabung, weswegen dieser bei der Scharfschützenausführung verlängert und nach unten abgewinkelt wurde. Mit etwas Übung und auch etwas Schmierung hin und wieder lässt sich diese Aufgabe aber bewältigen.
Bei der Betätigung des Abzuges fällt das hohe Abzugsgewicht auf, nach ein paar Schüssen unterstreicht das aber den Gesamteindruck dass man hier ein robustes Werkzeug in Händen hält.


Nachdem die Grundfunktion nun in Augenschein genommen wurde, wenden wir uns dem, für die Ausführung aus dem Jahre 1944 typischen, Bajonett zu. Da die ursprüngliche Karabinerversion M38 speziell so konstruiert wurde, das Bajonett für den Mosin Nagant 1891/30 nicht aufnehmen zu können, wurde bei der überarbeiteten Version M44 ein fest installiertes klappbares Bajonett eingeführt. Bei der Airsoftversion ist das Bajonett aus Kunststoff gefertigt, der Klappmechanismus ebenfalls aus Stahl. Wie schon beim repetieren ist auch das ausklappen und verriegeln des Bajonetts eine Sache die etwas Übung erfordert um reibungslos zu funktionieren, bildet aber das berühmte „Tüpfelchen auf dem i“ im Gesamteindruck.


Man beachte die Ausnehmung am Schaft für die Bajonettspitze im eingeklappten Zustand.
Ebenfalls gut zu erkennen auf diesem Bild sind die Markings am Patronenlager und Visierblatt.


Der Karabiner mit ausgeklapptem Bajonett.
Details zum Klappmechanismus.

Etwas umständlich ausgefallen ist der Nachladevorgang, bei dem nach aufklappen des Deckels an der Unterseite die Feder des internen Magazins mittels einer Schnur zurückgezogen wird und die BBs in das Magazin gefüllt werden. Unter Rücksichtnahme auf die Originaltreue ist das aber in Kauf zu nehmen.


Nach dem Öffnen des Magazindeckels...


...wird durch ziehen der Schnur die Magazinfeder gespannt und gibt so den BB Kanal frei.


Die BBs werden in das Magazin eingefüllt...


...und die Schnur in der Rinne verstaut. Danach kann der Magazindeckel wieder geschlossen werden.

Die Magazinkapazität beträgt laut Hersteller 10 Schuß. Es ist zwar möglich das Magazin mit mehr BBs zu befüllen jedoch nicht ratsam. Bei Tests mit mehr als 10 Schuß im Magazin traten Feedingprobleme auf.


Es hat sich gezeigt, dass das System anfällig für Rost ist. Das verleiht dem Ganzen wiederum einen Hauch mehr Realität, erfordert aber eine gute bzw. regelmäßige Pflege.


Der Karabiner mit gespanntem System.


Im gespannten, unverriegeltem Zustand ist der Zylinderkopf mit aufgebrachter Gummiplatte zu sehen.

Bei längerer Benutzung ist auch aufgefallen, dass sich die am Zylinderkopf angebrachte Gummiplatte gelöst hat und in einigen Fällen auch der Zylinderkopf gelockert und teilweise herausgedreht hat. Auch die Befestigungsschraube für die Sicherung am Verschluß lockerte sich immer wieder. Das sind keine gravierenden Probleme, man sollte sich ihrer aber bewusst sein um dem entgegenwirken zu können, sollten sie auftreten.


Die Befestigungsschraube an der Sicherung tendiert ebenfalls dazu sich zu lockern.

Mit der original verbauten, gekürzten Feder wurden ca. 360 FPS gemessen. Die mitgelieferte Tuningfeder wurde von uns nicht gemessen.

Erfreulicherweise ist das System mit AEG Federn kompatibel, wodurch das Tuning auf die gewünschte Energie problemlos möglich ist.


PRO
CONTRA
Markings
Nachladevorgang
Material
Hopup
Look&Feel
begrenzte Einsatzmöglichkeit
robust
regelmäßige Pflege und Wartung
Originaltreue
-
kompatibel mit AEG Federn
-


Das Fazit:

Zeta Labs hat es auf jeden Fall geschafft eine Legende für die Airsoftgemeinde nachzubauen. In vielen Punkten wurde hier dem Original entsprochen, nicht nur bezüglich der Optik und des Feelings, nein: der M44 ist ein hervorragendes Produkt für die vom Hersteller ins Auge gefasste Zielgruppe. Er ist nahezu einzigartig für Sammler, Liebhaber und Reenactment. Er erfüllt seine Rolle perfekt und ist, wie auch das Original, nicht weniger aber auch nicht mehr. Großes Potential haben sicherlich auch die angekündigten Versionen Mosin Nagant 1891/30 und die Scharfschützenversion davon.
Mit dem vorgelegten Karabiner hat Zeta Labs es auf jeden Fall geschafft „Lust auf mehr“ zu machen!



Das Vorbild:

Die erste Karabinerversion des Mosin Nagant 1891/30 wurde 1938 eingeführt. Es wurde nicht nur die Länge des Laufes und des Hinterschaftes verkürzt, sondern der Karabiner wurde auch so konstruiert, dass das Bajonett nicht aufgepflanzt werden konnte. 1944 wurde dann die verbesserte Version M44 eingeführt. Neben eines etwas längerem Laufes verfügte diese Version auch über ein fest montiertes, ausklappbares Bajonett.
Die Karabinerversionen waren anfangs vor allem für Truppenteile gedacht, die nicht direkt ins Kampfgeschehen eingreifen oder aber auch für Mannschaften von Geschützen, Kradschützen etc. Besonders hervorzuheben ist die Scharfschützenvariante des M1891/30, die sich neben dem obligatorischen Zielfernrohr durch einen veränderten Kammerstängel auszeichnet. Dieser wurde zur einfacheren Bedienung verlängert und abgewinkelt.
Der Karabiner M44 wurde von der Sowjetunion noch bis ca. 1948 produziert, von anderen damals kommunistischen Staaten jedoch auch darüber hinaus.
Teilweise sind auch noch bis heute Varianten des Mosin Nagant als Scharfschützengewehre in Verwendung.



Ein herzlicher Dank ergeht an das Boltcatch Magazin, Airsoft HQ sowie an die Genossen Aichi und Falcon.
Ohne deren Mithilfe wäre es nicht möglich gewesen dieses Review zu schreiben.
« Letzte Änderung: 16:42, So 05. Jun. 2011 von Jay »